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Leitfaden für deine Promotion

Promotion in Zahlen ¹

Promotionen sind in Deutschland und der Schweiz im Gegensatz zu Österreich nicht obligat, um als Arzt zu praktizieren. Dennoch scheint die Promotion zum Humanmedizinstudium dazuzugehören. Ungefähr zwei Drittel aller berufstätigen Ärzte haben einen Promotionsabschluss.

Zum Doktortitel ist es oftmals ein langer, mitunter steiniger Weg. Leider gibt es über begonnene Doktorarbeiten sowie Abbruchquoten nur selten veröffentlichte Informationen. Eine Erhebung des statistischen Bundesamtes aus dem Jahr 2010 zeigt fünf Jahre nach dem universitären Abschluss eine Promotions-Abbrecherquote von 8%². Damit du deine Promotion erfolgreich gestalten kannst und möglichst gut für die gesamte Zeit vorbereitet bist, haben wir diesen Leitfaden auf Basis unserer Erfahrungen erstellt. Schon einmal vorweg: Die Promotionsphase ist ein Prozess mit Höhen und Tiefen. Wir haben unser Licht auf die Stolpersteine geworfen, um sie aufzuzeigen, nicht um dich abzuhalten. Lass dich nicht entmutigen. Hürden wirst du immer nehmen müssen, aber es lohnt sich.

² Diese Angabe bezieht sich auf einen Abschlussjahrgang und beschreibt explizit die Anzahl derer, die ihre Doktorarbeit abgebrochen haben und fünf Jahre nach universitärem Abschluss auch nicht mehr fertig stellen werden.

Im Folgenden findest du verschiedene Themenblöcke mit Fragen und Ausarbeitungen im Dropdown-Menü:

  1. Thema

  2. Doktorvater/-mutter/ Promotionsbetreuer/-in

  3. Methodik und Arbeitsweise

  4. Rahmenbedingungen und Zeitplan

  5. Publikation

  6. Kontaktaufnahme mit anderen Promovierenden

  7. Probearbeit

  8. Schreibprozess und Musteraufbau

Zudem kannst du dir einen Fragebogen als PDF für dein Erstgespräch downloaden. Da sich die Fragestellungen eng an der Art der Promotion orientieren, kannst du das passende Dokument je nach geplantem Typ wählen.

Ein Fragebogen bietet keinerlei Garantie, wie deine Promotion verläuft. Weder eine Promotionsvereinbarung noch unser Leitfaden sind rechtlich bindend. Aber für deine Selbstsicherheit und Argumentation empfiehlt es sich bei den Planungsgesprächen Protokoll zu führen, denn über die Zeit können Absprachen vergessen werden – auf beiden Seiten!

Du hast einen der Fragebögen ausprobiert und Feedback oder Verbesserungsvorschläge? Her damit unter steigbuegel@amboss.com.

1. Thema

Auch wenn viele im Grundsatz davon ausgehen, dass man sich mit einem Thema arrangieren kann, denke daran:

  • dass du dich über einen längeren Zeitraum damit auseinander setzen musst
  • dass sich die Fertigstellung eventuell verzögert
  • dass dein Interesse maßgeblich deine Motivation und Arbeitseinstellung beeinflusst
  • dass es bei Komplikationen nicht attraktiver und leichter wird

Allgemein gilt: Die Fachrichtung und das Thema haben wenig Einfluss auf deine weitere berufliche Entwicklung. Also mach dir darum keinen Kopf! Aber natürlich verbessert deine Doktorarbeit in einem bestimmten Fachgebiet deine Einstellungschancen, weil du schon früh deine Neigungen unterstreichst. Viel wichtiger als Leistungsbewertungen (z.B. Noten) bleiben Vitamin B und natürliches Interesse. Ein Wechsel ist später immer möglich. Wähle somit ein Thema, das aktuell ein Mindestmaß an Interesse bei dir hervorruft.

Nachdem du dich für eine Richtung entschieden hast, solltest du dich mit den nachfolgenden Fragen befassen, die abseits des Inhaltes relevant für dich sind.

Schon die Orientierung und vor allem das “WIE” stellen viele Promovierende vor eine Herausforderung. Es gibt einige Möglichkeiten, die dir bei der Themenfindung helfen können: Hier findest du eine Auflistung über die Möglichkeiten dein Thema zu finden.

Wenn du nicht den naheliegendsten Weg gehst und unbekannterweise direkt die Arbeitsgruppenleiter des Instituts/der Klinik deiner Wahl anschreibst, haben wir folgende Tipps für dich.

  • Betreuer: Hör genau hin auf dem Campus. Vertrau auf die persönlichen Erfahrungen der Kommilitonen mit Arbeitsgruppen und Betreuern. Nimm gezielt Kontakt auf.
  • Blockpraktikum: Oft ergeben sich schon im Blockpraktikum erste Kontakte und Verbindungen zu spannenden Themengebieten.
  • E-Mail-Verteiler: Arbeitsgruppen verfügen über eine interne Kommunikation, vornehmlich über E-Mail-Verteiler. Dies sind wichtige Quellen, um Informationen über offene Doktorandenstellen oder potentielle Projektnachfolgen zu erhalten.
  • Doktorandenbörse: Viele Fakultäten haben ihre Doktorandenstellen auf einer Internetseite ausgeschrieben wie die Medizinische Fakultät der Westfälischen Wilhelm-Universität Münster, Doktamed der LMU oder die Promotionsbörse der Medizinischen Fakultät Heidelberg. Zudem gibt es Portale wie dr.arbeit.de oder die Doktorandenbörse. Aber auch beim Stellenportal academics. de von Die ZEIT werden immer wieder Doktorandenstellen für Medizin ausgeschrieben.
  • Veranstaltungen: Universitäten veranstalten sogenannte “Promotionsbörsen”, bei denen Fakultäten sich und vakante Doktorandenstellen vorstellen. Dabei bieten sich praktische Gelegenheiten, direkt mit Ansprechpartnern ins Gespräch zu kommen und neue Kontakte herzustellen.
  • Facebook-Gruppen-Posts: Häufig suchen aktuell Promovierende einen Nachfolger für ihr Projekt über die Facebook-Gruppen der unterschiedlichen Jahrgänge bzw. der Universitäten allgemein. Somit gibt es auf diesem Wege die Möglichkeit, sich quasi in ein “gemachtes Nest” zu setzen.

Viel Zeit wird für die Konkretisierung des Themas, der Methodik und der Entwicklung einer expliziten Fragestellung benötigt. Deshalb erkundige dich, wie sicher das Themengebiet ist. Existiert nur eine Studienidee oder bereits ein Projektplan? Wofür werden die Daten gebraucht? Wird ein konkretes Ziel verfolgt? Obacht, wenn ein Thema noch gefunden werden muss. Das kann dich mitunter viel Zeit kosten. Im besten Fall steht schon eine konkrete Fragestellung fest.

Reicht die Fragestellung für eine Promotion aus? Sind der Umfang des gewählten Themas und die Methoden adäquat für eine Doktorarbeit? Hier gibt es keine allgemeingültige Antwort oder Rahmenrichtlinie. Sprich diesen Punkt deshalb explizit mit deinem Betreuer an!

Es kann sein, dass dir aufgrund eines großen Arbeitsumfangs angeboten wird, die Datengenerierung mit mehreren Doktoranden durchzuführen. Dies ist von Vorteil, weil du dir die Arbeit aufteilen kannst, bzw. nicht alleine arbeiten musst. In einem solchen Fall ist es jedoch wichtig, unterschiedliche Fragestellungen im Rahmen der unterschiedlichen Doktorarbeiten beantworten zu können, bzw. die Themen klar voneinander abzugrenzen, sodass ihr euch beim Schreiben nicht überschneidet.

Es gibt Dissertationen, die limitieren dich in der Benotung. Du solltest dir vorher im Klaren darüber sein, was du möchtest. Retrospektive Arbeiten beispielsweise erfordern weniger Eigenleistung und dementsprechend kannst du hier von vornherein keine exzellente Note bekommen. Zu den Königsdisziplinen gehören für eine Promotion in der Medizin experimentelle bzw. klinische Fragestellungen. Für ein “Summa cum laude” (“ausgezeichnet”) werden eine oder mehrere Publikationen mit alleiniger oder geteilter Erstautorenschaft an manchen Universitäten erwartet.

Überprüfe vor dem Erstgespräch am besten grob die Studienlage deines Themas. Recherchiere in den großen Datenbanken wie EMBASE, MedLine, PsychInfo oder Cochrane-Veröffentlichungen, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie etabliert ein Forschungsgebiet ist. Internetseiten wie PubMed und Cochrane Library geben dir mit den passenden Keywords und MeSH-Terms schnell und einfach einen adäquaten Überblick. Je besser erforscht, desto geringer die Wahrscheinlichkeit, dass Komplikationen auf dich zukommen.

Es gibt Themen, die entwickeln sich zu Sackgassen. Aber es kann auch zu Komplikationen kommen, wenn der Zeitplan nicht eingehalten werden kann. Vereinzelt kommt es zu Schwierigkeiten, wenn sich keine signifikanten Ergebnisse bei der Datenerhebung zeigen. Kläre daher unbedingt vorher, ob du deine Promotion fertig stellen kannst, wie du in solchen Sackgassen verfahren sollst bzw. was für Alternativen es gibt!

2. Doktorvater und Promotionsbetreuer/-in

Deine Vertrauensperson für die nächsten Monate bis Jahre mit der du eine gemeinsame Linie finden solltest.

Allgemein gilt: Vertraue deinem Bauchgefühl! Stimmt die Chemie zwischen euch? Du solltest dir vorstellen können, länger eng mit der Person zusammenarbeiten zu können.

Zusatz: Die Bezeichnung des “Doktorvaters” ist ein historisch gewachsener Begriff und in der weiblichen Form als “Doktormutter” nicht etabliert. Erst seit 1900 sind Frauen zum Medizinstudium zugelassen, seit der Weimarer Verfassung wurde ihnen das Recht der Habilitation zugesprochen.

In den letzten Jahrzehnten hört und liest man immer häufiger den Satz: “Die Medizin wird weiblicher”. Steigende Zahlen des Studentinnenanteils bringen auch immer mehr Medizinerinnen hervor, die das Amt einer “Doktormutter” einnehmen. Im Folgenden wird zur Vereinfachung und zu gunsten des Leseflusses keine Unterscheidung zwischen Doktorvater oder -mutter gemacht, sondern von Doktorvater gesprochen. Hinzu kommt, dass nur in manchen Fällen der Doktorvater auch dein/-e direkte/-r Promotionsbetreuer/-in ist. Dementsprechend wird die Unterscheidung nur gewählt, wenn es einen konkreten Unterschied macht.

Du hast dich auf eine Ausschreibung am Institut beworben? Kläre in deinem Erstgespräch, inwieweit der/die ausschreibende Professor/-in dein Doktorvater sein wird oder, ob die Betreuung ein weiterer Mitarbeiter des Instituts übernimmt. Die Chemie zwischen dir und der dich betreuenden Person sollte stimmen, denn es handelt sich hierbei um deine Vertrauensperson für die nächste Zeit.

Wichtig: Definiert gemeinsam die jeweilige Rolle für den Arbeitsprozess. Welche Aufgaben übernimmt wer? Wie sehr wird der Doktorvater in den Prozess eingebettet sein? Je expliziter deine Vorstellungen sind, desto mehr Fragen solltest du stellen. So ersparst du dir z.B. die Enttäuschung, direkt mit deinem favorisierten Doktorvater zusammenarbeiten zu wollen, nur um dann festzustellen, dass du “lediglich” am Institut arbeitest.

Informiere dich über den Forschungs- und Arbeitsschwerpunkt deines/-r Betreuers/-in. Wie nah liegt diese/-r an deinem Thema? Wie viel Interesse besteht am Institut an den Ergebnissen deines Themas? Wozu werden deine Ergebnisse gebraucht? Für deine Recherche kannst du auch die zuletzt veröffentlichten Paper ansehen und an welcher Position er/sie in der Autorenschaft genannt wird. (siehe Abschnitt: Publikationen)

Sei dir vorher im Klaren darüber, wie viel Führung und Begleitung du bei deiner Arbeit brauchst. Je stärker die dich betreuende Person in die klinische Arbeit eingebunden ist, desto weniger Zeit wird diese für deine Begleitung haben bzw. desto stärker musst du dich nach verfügbaren Zeitfenstern richten. Letztendlich ist auch das richtige Maß an persönlichem  Engagement auf beiden Seiten wichtig für den Erfolg der Arbeit.

Erkundige dich, ob dein/-e Betreuer/-in Erfahrung mit Promovierenden hat. Die aktuelle Anzahl Promovierender diktiert, wie viel Zeit er/sie  für jeden persönlich aufwendet. Dabei ist die Antwort, wie viele Promovierende bei ihm/ihr erfolgreich in den letzten Jahren abgeschlossen haben ebenso wichtig. Welche Noten haben diese erreicht? Wie wurden Kontakte und Zusammenarbeit in der Vergangenheit gehandhabt? Habt ihr diesbezüglich dieselbe Vorstellung?

Wenn du dich in deinem Umfeld bei anderen Promovierenden umhörst, sind Kontakte mit dem/der Betreuer/-in ein omnipräsentes Thema. Je nach klinischer Einbindung und Anzahl an zu betreuenden Promovierenden müssen diese koordiniert werden. Ein Gefühl für den in der Praxis gehandhabten Betreuungsschlüssel geben die Zahlen des statistischen Bundesamtes. Durchschnittlich lag dieser 2014/2015 bei fünf Promovierenden pro Betreuer. Zum einen ist eine gewisse Routine von Vorteil, zum anderen darf man die zusätzliche Arbeitslast pro zu Betreuenden nicht verachten. Es gilt das gesunde Mittelmaß zu finden.

Sei dir im Klaren darüber, was du willst und welcher Arbeitstyp du bist. Brauchst du viel Anleitung und Rücksprache oder gehst du es gelassener an und arbeitest dich lieber frei und selbstständig in Themen ein? Nach der Einschätzung, wie klinisch eingebunden dein/-e Betreuer/-in ist und wie viele Arbeiten er/sie aktuell betreut, stellt sich die Frage nach der Kontaktstruktur. Gibt es regelmäßige Rücksprachen und feste Termine? Je nach Zeitpunkt, Art der Promotion und deinem individuellen Arbeitstypen sind diese mal mehr mal weniger intensiv notwendig. In der Regel werden feste Termine im zweiwöchigen Rhythmus angegeben.

Auch in der Art und Weise der Kontakte frage dich, was du brauchst. Reicht es dir, per E-Mail Absprachen zu treffen und Fragen zu stellen? Das lässt dir viel Freiheit, da du in deinem persönlichen Rhythmus an Abschnitten arbeiten kannst. Oder arbeitest du effektiver, wenn du feste Termine hast und Fragen/Abschnitte bis zu bestimmten Zeitpunkten erarbeitest? Hat die dich betreuende Person ein Büro in dem sie regelmäßig anzutreffen ist oder gibt es sogar ein festgeschriebenes Kontaktvorgehen?

Eine Doktorarbeit kann sich mitunter durch Komplikationen in der Forschung und anderen Eventualitäten im Leben über einen längeren Zeitraum hinziehen. Wird dich dein/e Betreuer/-in bis zum Ende begleiten? Erkundige dich nach Lösungsansätzen, falls das nicht der Fall sein sollte, z.B. wenn dein Doktorvater die Stadt bzw. die Forschungsgruppe verlässt bzw. wechselt. Frage, ob es damit Erfahrungen gibt und ob daraus Schwierigkeiten resultieren können.

Möchtest du im Team arbeiten? Viele Promovierende geben an, dass gerade über den langen Arbeitszeitraum Arbeitsgruppen ein wichtiger Aspekt für ihre Promotion waren. Diese dienen als Ansprechpartner bei Fragen, halten die eigene Motivation hoch und helfen dabei, eine strukturierte Arbeitsweise zu erhalten. Entscheidende Nachteile sind der hohe koordinatorische und zeitliche Aufwand, der zur Pflege eines konstruktiven Miteinanders nötig ist. Für das Erstgespräch interessante Fragen sind: Bist du eingebettet in eine Arbeitsgruppe? Ist diese multidisziplinär? Wie gestaltet sich die Struktur der Arbeitsgruppe? Gibt es eine enge Zusammenarbeit? Wie sieht die Aufgabenverteilung aus? Müssen Aufgaben der Arbeitsgruppe von dir mit übernommen werden? Übernimmt die Arbeitsgruppe auch Aufgaben in deinem Projekt? In welchen Fällen? Bei Krankheit oder Urlaub? Stehen MTAs oder Clinical Nurses bei experimentellen bzw. klinischen Arbeiten zur Verfügung? Auch hier spielt die Chemie eine große Rolle, da ihr viel Zeit miteinander verbringen werdet, meist mehr als mit deinem/-r Betreuer/-in. Vielleicht nutzt du die Möglichkeit, deine Arbeitsgruppe vorher kennenzulernen.

3. Methodik und Arbeitsweise

Ähnlich der Themensuche ist es von Vorteil, wenn die Methodik und ihre Ausgestaltung feststehen. Für eine Promotion gibt es unterschiedliche Formen, die zugrunde liegen können. Zu den Königsdisziplinen einer humanmedizinischen Doktorarbeit gehören:

  • Experimentelle Studie
  • Klinische Studie

Die weiteren Möglichkeiten sind:

  • Retrospektive, statistische Auswertung
  • Theoretische Arbeit (Literaturrecherche)

Daraus ergeben sich für dich die Basisinhalte und Komplikationen.

Experimentelle Studien dienen überwiegend der Grundlagenforschung. Es existieren zwei Formen: zum einen die Weiterentwicklung einer etablierten Methode und Fragestellung, zum anderen die Neuetablierung eines Themas. In der Weiterentwicklung kannst du auf den Erfahrungsschatz anderer Wissenschaftler zurückgreifen. Dementsprechend ist der Ansatz leichter als bei der Neuetablierung, bei der du auch schnell in einer Sackgasse landen kannst. Stelle sicher, ob eine Einführung seitens des Promotionsbetreuers geplant ist, in der Thema, die zu verwendenden Methoden und Untersuchungstechniken vorstellt werden. Weitere wichtige vorab zu klärende Fragen sind: Ist eine Studienstruktur vorhanden? Gibt es eine Ausarbeitung des Projekts? Liegen ein Exposé und Zeitplan vor?

Anforderungen: Für die Erstellung einer experimentellen Studie sind eine gute analytische Auffassungsgabe und eine präzise Einarbeitung in die Methodik erforderlich. Dabei müssen ein hoher Zeitaufwand über einen Zeitraum von 2-3 Jahren sowie eine adäquater Umgang mit Frustration und “Durststrecken” eingeplant werden. Um valide, verwendbare Ergebnisse zu bekommen, musst du gut planen, exakt arbeiten und dokumentieren.

Der Arbeitsschwerpunkt liegt in der Laborarbeit. Für einen bestimmten Zeitraum wird das Labor dein Anlaufpunkt Nummero 1 sein. Mit welchen Geräten arbeitest du? Sind die notwendigen Apparaturen vorhanden oder müssen diese angeschafft werden? Besteht hierfür noch die Notwendigkeit, eine Finanzierung zu beantragen? Kennen sich andere Mitarbeiter mit den Gerätschaften aus oder muss allgemein der Umgang noch erlernt werden? Wer arbeitet dich ein? Wirst du betreut für den Projektzeitraum im Labor? Wie ist der Zugang zum Labor geregelt? Bist du unabhängig? Hast du uneingeschränkten Zugang zu den Örtlichkeiten? Bekommst du einen Schlüssel? Gibt es Erfahrungen mit den Abläufen? Gibt es genügend Ressourcen/Mitarbeiter/etc., um die Studie durchzuführen? Ist die Methode etabliert bei den Mitgliedern der Arbeitsgruppe?

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Funktionalität der Arbeitsgruppe. Ist sie eingespielt aus vorangegangenen Projekten? Wenn nicht, stelle dich auf Unvorhergesehenes und Verzögerung ein. Ist sie etabliert, lass dir die Vorergebnisse und den Verlauf zeigen. Was passiert, wenn das Experiment nicht funktioniert? Liegen Alternativen vor?

Welche Form von Experimenten werden durchgeführt? Werden Tiere oder biologisches Material benötigt?

Tierversuch: Sei dir im Klaren, ob du Tierversuche durchführen kannst und willst. Vor allem ist Tierversuch nicht gleich Tierversuch. Es ist ein Unterschied, ob du an Kakerlake, Maus, Affe oder Schwein Versuche durchführen wirst. Welches Versuchstier wird verwendet und wie viele davon benötigt? Mit welcher Methode werden die Tiere finalisiert? Übernimmst du allein die Tierversuche oder in Zusammenarbeit mit Mitgliedern einer Arbeitsgruppe? Wie ist eine Aufnahme in einen Tierversuchskurs geregelt? Wie zeitnah ist dies möglich? Die Wartelisten der Versuchskurse sind häufig lang, ein Versuchskundenachweis für den Beginn der Arbeiten aber unbedingt erforderlich. Übernimmt das Institut die anfallenden Kosten dafür? Wer arbeitet dich ein? Musst du ein besonderes Verfahren lernen wie z.B. einen chirurgischen Eingriff am Kleintier? Wie lange dauert diese Einarbeitung? Gibt es eine Zeitplanung? Wurde ein Tierversuchsantrag gestellt und bewilligt? Darfst du diesen Antrag einsehen? Je nach Stand können schon in diesem Stadium Verzögerungen auftreten, die es bei der Planung zu beachten gilt.
Biologisches Material: Liegt dir die Arbeit mit biologischem Material im Labor? Wie fandest du deine Zeit im biochemischen Praktikum? Mache dir bewusst, dass “Zellkulturen” kein Wochenende kennen, also je nach engmaschigem Projektplan deine Zeit beanspruchen können. Bedenke, es gibt auch eine Zeit vor der Datenerhebung, also: Wie werden/wurden diese Proben gesammelt? Welche Rolle spielt der Doktorand in diesem Prozess? Wie lange dauert der Prozess der Probensammlung? Liegen die Proben bereits vor? Welches biologische Material betrachtest du? Infektiöses Material? Was muss aus Sicht der Biosicherheit beachtet werden? Sind besondere Vorkehrungen notwendig (z.B. Strahlenschutz)? Wie werden die Proben gelagert? Welche Untersuchungen/Experimente sind vorgesehen? Welche Verfahren werden voraussichtlich angewendet? Wie einfach ist die Durchführung des Experimentes erlernbar? Handelt es sich um einen direkten/indirekten Beweis? Handelt es sich um eine subjektive (z.B. Immunhistochemie) oder objektive (qPCR) Methode? Liegt dir die subjektive Beurteilung?

Auswertung: Lass dich nicht von der Illusion hinreißen, dass du nur ein paar Ergebnisse brauchst und die schon irgendwie hinbekommst. Berechne im Vorfeld mit einem Statistiker, wie hoch die Anzahl deiner Ergebnisse sein muss (und die gilt es zu erreichen), um eine signifikante Aussage für die Auswertung zu erhalten. Für tiefergehende Informationen, lies den Abschnitt: Statistische, retrospektive Arbeit. Welches Interesse besteht an deinen Ergebnissen? Sollen diese bei Kongressen von dir vorgestellt werden? Liegt dir das? Sollen diese publiziert werden? Lies hierzu vertiefend: Publikationen.

Bei bestehender klinischer Relevanz der Fragestellung sind klinische Studien die Voraussetzung für medizinischen Fortschritt und Grundlage der evidenzbasierten Medizin. Die Gliederung klinischer Studien definiert sich aufgrund des Inhalts in therapeutisch, diagnostisch, prognostisch und ätiologisch. Entsprechend der Erhebungsform der Daten gliedern sich klinische Studien darüber hinaus in zwei Kategorien: Zum einen gibt es prospektive klinische Studien, bei denen du die Daten selbst erhebst über direkten Patienten- oder Telefonkontakt oder aber auch im Zuge der fortlaufenden Follow-Ups am PC, gänzlich ohne Patientenkontakt. Zum anderen gibt es retrospektive klinische Studien, bei denen du bereits vorhandene Datensätze analysiert. Für weitere Informationen zur Datenauswertung, siehe: “Statistische, retrospektive Arbeiten”. In diesem Fall generierst du die Daten aus älteren Patientenakten.

Anforderungen: Wie auch die experimentellen sind klinische Studien arbeitsintensiv und erfordern ein hohes Maß an zeitlicher Flexibilität, strukturiertem Arbeiten und präziser Dokumentation.

Arbeitsschwerpunkt: Klinische Studien bieten dir die Möglichkeit, Klinikluft zu schnuppern und ein Fachgebiet oder eine Untersuchungstechnik kennenzulernen. In der Regel steht die Arbeit am Patienten im Fokus. Jedoch können, je nach Fragestellung, auch gesunde Probanden Gegenstand der Betrachtung sein. Dementsprechend müssen Patienten rekrutiert, terminiert und befragt bzw. behandelt sowie die Ergebnisse im Anschluss dokumentiert werden. Besprich, wer die Rekrutierung und Terminierung der Probanden übernimmt und ob direkter Zugang zu relevantem Klientel besteht. Gibt es genug Probanden, die den Ein- und Ausschlusskriterien entsprechen? Was passiert, wenn du nicht ausreichend Klientel rekrutieren kannst? War der Aufwand hinfällig? Wie oft bzw. über welchen Zeitraum müssen die Probanden beobachtet werden? Wie viele Follow-Ups müssen erfolgen? Je länger der Zeitraum und je häufiger die Folgeuntersuchungen, desto größer die Anzahl der benötigten Probanden, da es durch mangelnde Compliance zu Terminabsagen und Drop-Outs kommen kann und somit Datensätze unvollständig bleiben. Wie groß ist die benötigte Studienpopulation, um ein signifikantes Ergebnis zu erzielen? Die Anzahl rekrutierter Probanden muss um ein Vielfaches höher sein. Wende dich zur exakten Ermittlung am besten an einen Statistiker. Die Dokumentation der Daten muss präzise, nachvollziehbar und lückenlos sein. Wer übernimmt bei zeitlichen Engpässen deinen Platz als Untersucher? Bist du eingebettet in eine Arbeitsgruppe? Muss am Wochenende betreut werden? Wie sind die Arbeitsbedingungen? Wie lange dauert jede Einzeluntersuchung? Was passiert, wenn Ergebnisse nicht signifikant sind? Wird nachuntersucht, was zwar nicht im Sinne guter wissenschaftlicher Praxis, aber dennoch gängig ist? In den neueren Versionen der Deklaration von Helsinki 2013, also den maßgeblichen Standards und ethischen Grundsätzen der medizinischen Forschung an Menschen, wird eine Anmeldung der Studie vor Beginn gefordert, um Nachvollziehbarkeit und Transparenz von Aufbau, Planung und Durchführung sowie Ergebnis bzw. Abbruch von Studien sicherzustellen. Wichtig: Auch wenn du Wert auf eine Veröffentlichung legst, fordert das ICMJE (International Committee of Medical Journal Editors) eine Registrierung noch bevor der erste Proband rekrutiert wurde. Ohne Registrierung werden die Studienergebnisse nicht publiziert! Siehe hierzu auch: Publikationen.

Zudem muss dein Studienvorhaben bei der Arbeit mit menschlichen Proben oder Patientendaten immer durch eine Ethikkommission genehmigt werden, um die Rechte und Sicherheit der Teilnehmer zu gewährleisten. Um alle Anforderungen im wissenschaftlichen, ethisch-rechtlichen sowie methodischen Sinne zu erfüllen, wirf einen Blick in die Deklaration von Helsinki und in die Empfehlungen zur Good Clinical Practice (ICH-GCP). Der Antrag bei der Ethikkommission wird in der Regel durch den Doktorvater eingereicht. Die Bewertung geschieht auf Grundlage des Studienprotokolls bzw. Prüfplans und der eingereichten Patienteninformation, die über Nutzen und Risiken aufklärt. Das dritte essentielle Dokument ist die Einwilligungserklärung für die Teilnehmer. Die schriftliche Einwilligung der Patienten zur Teilnahme an deiner Studie ist ein weiterer bürokratischer Aspekt, der unumgänglich ist und Arbeit noch vor der ersten medizinischen Handlung bedeutet. Die gesamten Anforderungen kannst du auf den Internetseiten der jeweiligen Kommission nachschauen. Liegt schon ein Ethikvotum für die ausgeschriebene Studie vor? Wenn nicht, wer wird dieses wann beantragen? Wurden der Projektplan und die Patienteninformation schon erstellt? Beachte zudem bei deiner Planung, dass eine vollständige Genehmigung bis zu 6 Monate in Anspruch nehmen kann, was deinen Arbeitsbeginn verzögert. Bei diagnostischen oder therapeutischen Fragestellungen kommt es beim Aufbau der Studien außerdem zu einer engen Führung durch das Medizinproduktegesetz (MPG) oder Arzneimittelgesetz (AMG). Um in jeder Phase einer klinischen Studie alle Aspekte richtig berücksichtigt zu wissen, bedarf es professioneller Forschungsstrukturen. Sind diese vorhanden? Welche Erfahrungen gibt es? Auch die Planungsphase dauert bei Beachtung all dieser Punkte mehrere Monate. Erfrage den aktuellen Stand, um einschätzen zu können, ob der vereinbarte Startzeitpunkt realistisch ist. Die methodischen Qualitätsanforderungen des gesamten Studienaufbaus müssen gegeben sein, um die Aussagekraft und Interpretierbarkeit der Daten zu erhalten. Diese Qualität und Relevanz wird in Evidenzlevel eingeteilt. Um das höchste Level zu erhalten, müssen Studien prospektiv, kontrolliert, randomisiert und doppelblind durchgeführt werden. Für ein aussagekräftiges Ergebnis sollten dir zudem Strukturgleichheit, Verblindung sowie Behandlungs- und Beobachtungsgleichheit ein Begriff sein. Du siehst, es bedarf einer genauen Planung, um einen reibungslosen Ablauf zu garantieren. Vergiss jedoch nie, dass eine durchdachte Planung nicht nur zu einer exzellenten Note, sondern auch zu einer wertvollen Therapieempfehlung, der Etablierung eines diagnostischen Verfahrens oder gar einer erfolgreichen Publikation führen kann.

Natürlich ist auch bei einer klinischen Studie (wie oben angeführt) eine statistische Auswertung nötig, um Schlüsse aus den erhobenen Daten ziehen sowie allgemein gültige Aussagen treffen zu können. Jedoch gibt es auch Doktorarbeiten, bei denen retrospektiv größere Datenmengen erhoben werden und ein besonderer Schwerpunkt auf der statistischen Auswertung liegt. Nur so werden Zusammenhänge überhaupt erst sichtbar, was weitgreifende Implikationen ermöglicht. Dadurch können klinische Fragestellungen entworfen werden, die die ermittelten Zusammenhänge validieren. Bei statistischen Arbeiten erfolgt die Datengewinnung aus Patientenakten. Es gilt zunächst die Kriterien für das zu untersuchende Patientenkollektiv festzulegen, um Ein- und Ausschlusskriterien entsprechend der Fragestellung zu definieren. Die erhobenen Patientendaten werden anschließend hinsichtlich verschiedener Parameter analysiert, wobei es sich sowohl um subjektive Verlaufsparameter wie Schmerz als auch um objektive wie bestimmte Laborwerte handeln kann. Aber auch Merkmale wie Alter, Geschlecht und Vorerkrankungen, die den Patienten näher charakterisieren, können betrachtet werden. Es ist wichtig, im Vorhinein die zu untersuchenden und zur Beantwortung deiner Fragestellung benötigten Parameter sowie den Umfang der Auswertung mit deinem Betreuer zu besprechen und festzulegen. Je genauer ihr diese definiert, desto schneller und reibungsloser gehen die Datenerhebung und Auswertung von der Hand. Zudem solltest du abklären, ob du eine statistische Beratung zur Seite gestellt bekommst, die beim Design der Studie und der Auswertung mit Rat und Tat zur Seite steht. Zusammen könnt ihr zuverlässig die Anzahl der Patienten errechnen, die du für eine statistisch signifikante Aussage benötigst.

Der Vorteil retrospektiver Arbeiten ist, dass die Patientenakten eines festgelegten, in der Vergangenheit liegenden Zeitraumes betrachtet werden und somit zum Zeitpunkt der Erhebung bereits vorhanden sind. Eine zeitintensive Datengenerierung ist nicht notwendig und das Zeitmanagement kalkulierbarer.

Es ergibt sich daraus ein wesentlicher Nachteil. Benötigte Daten, die nicht vorliegen bzw. nicht erhoben wurden, sind im Rahmen einer retrospektiven Arbeit, anders als bei prospektiven Studien, nicht nachholbar und führen zu einem lückenhaften Datenpool.

Aufgrund der großen Datenmenge sind Lücken aber eher “zu verkraften” und es können so Tendenzen und Zusammenhänge erkannt werden, auf deren Basis Hypothesen für spätere prospektive Studien entwickelt werden. Dort können sie durch eine lückenlose Datenerhebung und eine Kontrollgruppe validiert werden und in der Folge dazu dienen, Hypothesen für neue Fragestellungen zu generieren.

 

Darüber hinaus ist die Art der Daten- bzw. Informationenbereitstellung ein zeitlich stark beeinflussender Faktor. In einem unsortierten Archiv benötigst du zur Datenerhebung beispielsweise wesentlich länger, als bei Patientendaten, die sortiert in digitaler Form vorliegen. Das beliebteste Programm zur Datenerhebung ist sicherlich Microsoft Excel. Dieses kann später auch zur statistischen Auswertung genutzt werden. Bei komplexeren Auswertungen wird auf IBM SPSS Statistics oder GraphPad Prism zurückgegriffen. Viele statistische Institute bzw. Rechenzentren der Universitäten bieten Einführungskurse zu diesen Programmen an, die den Einstieg erleichtern. Lies hierzu vertiefend: In welche Programme musst du dich einarbeiten?

Wenn du nicht zu Hause arbeitest, kann auch der Arbeitsplatz wichtig werden. Ist er ständig frei und für dich zugänglich? Musst du ihn teilen? Lies hierzu auch: Wie flexibel ist die Planung?

So verlockend der kalkulierbare, im Vergleich geringere Zeitaufwand scheint, du solltest bei deiner Wahl  berücksichtigen, dass retrospektive Arbeiten meist schlechter benotet werden als beispielsweise experimentelle Arbeiten.

Bei einer theoretischen Arbeit/Literaturrecherche besteht deine wissenschaftliche Leistung in der Recherche und Analyse relevanter Literatur. Auch hier gilt: Wähle eine Fachrichtung, die deinen Interessen entspricht. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, auch aus den Bereichen Medizingeschichte, Medizinethik oder Medizininformatik Themen zu wählen. Dieser Prozess erfordert ein hohes Maß an eigenständiger Arbeit und oftmals sind die Fragestellungen dabei sehr weit gefasst. Aus diesem Grund bedarf es einer engen Führung des Betreuers, damit du dich nicht in der Thematik verlierst. Einmal auf den richtigen Weg gebracht, kannst du unabhängig von Zeit und Absprachen arbeiten. Zunächst solltest du dich in deine Thematik einlesen, um adäquate Keywords und MeSH-Terms zu definieren, damit eine fundierte Suche nach veröffentlichten Papern gelingt. Häufig stellen Doktorväter relevante Ausgangsliteratur zur Verfügung, auf welcher du aufbauend weiter recherchieren kannst. Paper, veröffentlicht in wissenschaftlichen Zeitschriften (Journals), werden in Datenbanken wie Embase, MEDLINE, PubMed oder PsychInfo gesammelt. Eine Übersicht und Charakteristika der wichtigsten findest du unter diesem Link. Die Bibliotheken deiner Universitäten haben mitunter Hilfen zur Literatursuche auf ihren Internetseiten wie z.B. die Bibliothek der Universität Freiburg. Der Abstract ist meist frei zugänglich, komplette Datensätze sind jedoch überwiegend nur für Abonnenten einsehbar. Die meisten Universitätsbibliotheken besitzen die Lizenzen, sodass du über deren Internetzugang auf die Volltexte zugreifen kannst. Es empfiehlt sich, die Suche zu speichern, da dich z.B. PubMed bei neuen Ergebnissen zu deinen Suchbegriffen benachrichtigt. Für einen Forschungsüberblick kannst du dich bei Clinical.Trials.gov auch informieren, welche Studien geplant und in Arbeit sind. Um deine gefundenen und anschließend verwendeten und zitierten Paper im Überblick zu behalten, empfiehlt sich ein Programm zur Katalogisierung. Citavi ist bspw. ein kostenfreies Programm, welches dir dabei helfen kann. In der Wissenschaft und Forschung wird in der Regel das gebührenpflichtige EndNote verwendet. Häufig besteht auch die Möglichkeit, das Programm über den Zugang in der Universitätsbibliothek einmalig pro Student herunterzuladen. Einen Überblick des Imperial College London über die wichtigsten Literaturverwaltungsprogramme findest du hier oder im Vergleich hier. Im Allgemeinen gilt für theoretische Arbeiten, dass sie gut publizierbar sind und mit ihnen gute Noten erzielt werden können.

4. Rahmenbedingungen und Zeitplan

Nachdem du dich mit den fachlichen Fragen auseinandergesetzt hast, folgen Denkanstöße für die Rahmenbedingungen, zeitliche Gestaltung und das bürokratische Drumherum. Es besteht die Möglichkeit, schon mit bestandenem Physikum eine Promotion zu beginnen. Einige Universitäten (z.B. Regensburg) haben im Curriculum ein Semester enthalten, dass durch geringen universitären Aufwand die Chance zur parallelen Beschäftigung, zur Promotion bzw. anderen Projekten (Auslandssemester) bietet.

An vielen Universitäten ist es mittlerweile Pflicht, einen “Doktorandenvertrag” abzuschließen. Das ist eine schriftliche Vereinbarung, die sowohl für dich als auch für deinen Betreuer von Vorteil ist, um sicherzustellen, dass Untersuchungen zu Ende gebracht und Ergebnisse nicht von Dritten veröffentlicht werden. 2014/2015 haben laut Statistischem Bundesamt 65% aller Promovierenden eine schriftliche Vereinbarung getroffen. Meist existieren dafür Vordrucke an der Universität oder dem Institut, die zum Download veröffentlicht werden. Hauptsächlich werden zwischen Doktorvater und Doktorand/-in die Fragestellung, der Zeitraum und die Frage, ob es sich um eine Promotionspublikation handeln soll, festgehalten. Erfahrungsgemäß zeigt sich jedoch, dass die gemeinsam schriftlich festgehaltenen Punkte in der späteren Realität nicht immer erfüllt werden. Die unterzeichneten Vereinbarungen stellen kein rechtlich bindendes Dokument dar!

Normalerweise musst du dich als medizinischer Doktorand nicht um die Finanzierung des Projektes kümmern. Allerdings kann es hilfreich sein in Erfahrung zu bringen, wie die Beantragung der Finanzierung verläuft, ob z.B. Förderanträge rechtzeitig gestellt wurden. Falls eine Bewilligung vorliegt, für welchen Zeitraum gilt diese? Im Förderantrag ist eine detaillierte Beschreibung des Projekts zu finden, die dir helfen kann, einen Überblick zu erlangen.
Grundlegend gilt hier. Studienprojekte kosten Geld. Aus diesem Grund werden klinische Studien von verschiedenen öffentlichen und privaten Organisationen finanziell unterstützt. Die Finanzierung gliedert sich in industriegeförderte Studien, meist durch Pharmakonzerne, und zu einem deutlich kleineren Teil aus Drittmitteln finanzierten Studien.

Was versteht man nun genau unter Drittmitteln? Universitäten stehen für Projekte als Basis Haushaltsgelder (“Erstmittel”) und Investitionsbudget (“Zweitmittel” zur Grundausstattung) zur Verfügung. Zusätzlich können Fördergelder von dritter Seite bei Bund und Ländern, bei öffentlichen Forschungseinrichtungen wie der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) (DFG in Zahlen) oder aber bei Stiftungen beantragt werden. Bei letzteren wird zwischen privaten Stiftungen von großen Unternehmen wie Volkswagen oder Thyssen Krupp und öffentlichen Stiftungen wie der Deutsche Krebshilfe unterschieden. Darüber hinaus bestehen weitere Förderorganisationen die Forschungsvorhaben nach Antragstellung mitfinanzieren. Kompakt aufgelistet werden diese auf der Internetseite des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Wie viele Stunden du wöchentlich aufwendest, variiert je nach Stand des Projektes und deiner Promotion.

Allgemein hängt es sehr vom einzelnen Projekt und den Anforderungen an den Promovierenden innerhalb des Projektes/der Arbeitsgruppe ab. Wie sieht der Zeitplan der Experimente aus? Ist es möglich, diese an Wochenenden oder Feiertagen durchzuführen, d.h. sind Gerätschaften, Mitarbeiter, Patienten und der Zugang zum Labor verfügbar?

Bei experimentellen/klinischen Forschungsprojekten lohnt es sich, eine intensive Einarbeitungsphase einzuplanen, z.B. in den Semesterferien oder zu Zeiten, in denen das Lernpensum nicht hoch ist. Bekommt die Doktorarbeit deine ungeteilte Aufmerksamkeit? Wenn nicht, wären ein oder mehrere Freisemester empfehlenswert.

Grundlegend solltest du dich fragen, was du im Freisemester erreichen willst? Sind die gesteckten Ziele realistisch? Was passiert, wenn diese Ziele nicht erfüllt werden, weil z.B. die Experimente nicht funktionieren oder nicht ausreichend Patienten rekrutiert werden können? Gibt es Spielraum? Wie kurzfristig ist ein Freisemester arrangierbar?

Erfahrungsgemäß zeigt sich, dass ein Freisemester direkt zu Beginn der Promotionszeit nicht unbedingt optimal ist, da organisatorische Dinge, auf die du wenig Einfluss nehmen kannst, eventuell nicht final geklärt sind. Dadurch geht in der Folge wertvolle Arbeitszeit verloren. Vor dem Freisemester solltest du daher sicherstellen, dass

  • alle Anträge bereits gestellt und bewilligt wurden
  • die notwendigen Materialien und Fördergelder verlässlich vorliegen
  • du dir schon einen Eindruck darüber verschaffen konntest, wie viel Zeit dein Projekt/deine praktische Arbeit/Forschung in Anspruch nimmt, sowie einschätzen können, wie viel in einem Freisemester realistisch umzusetzen ist

Danach orientiert sich der weitere Verlauf an deiner Motivation, am experimentellen Aufbau und an den Meilensteinen, die du dir vornimmst. Alternativ kannst du natürlich auch immer mit Abschluss des Studiums mit der Doktorarbeit beginnen.

Die größten Meilensteine sind geschafft: Alle Daten sind erhoben und du musst sie nur noch niederschreiben? Betrachtet man den reinen Schreibprozess, so kalkuliert man grob 1 Seite/Tag plus eine Woche für das Formatieren und Überarbeiten von Grafiken, bis das gute Stück final gebunden werden kann. Plane dir mindestens eine Woche Puffer ein für Schreibblockaden und, wenn Freunde deine Arbeit Korrekturlesen sollen, auch für sie und die Einarbeitung ihrer Korrekturen. Damit kommst du im Schnitt auf einen Zeitraum von 10–12 Wochen reinen Schreibens.

Wie du dich mit dem Layout organisierst und beginnst zu schreiben, liest du unter Schreibprozess und findest dort auch ein Musteraufbau im Dokument zum Download.

Viele Promovierende stehen im Zuge der Dissertation vor dem Problem, dass sie die enge Projektbindung nicht beachtet haben, wodurch ein Fernbleiben über einen definierten Zeitraum hinaus nicht möglich ist. Damit dir das nicht passiert, frage vorher und stelle dich in deiner Planung darauf ein. Im Regelfall ist alles planbar, solange man darüber spricht. Prüfe daher frühzeitig mit deinem Doktorvater, ob längere Abwesenheiten möglich sind. Benötigen Patienten, biologisches Material etc. ständige Betreuung? Kann man über die Semesterferien in den Urlaub fahren oder ein Auslandssemester einlegen? Gibt es Vertretungsregelungen für den Fall von ständiger Betreuung, auch für den Krankheitsfall? Nur dann sind deine Datensätze komplett. Sprich es an. Wenn du weißt, dass es nicht möglich ist, kannst du dich besser darauf einstellen.

Wie finanzierst du dich über den Zeitraum deiner Promotion? Besteht die Möglichkeit eines Stipendiums oder einer Anstellung als Hilfswissenschaftler?
Es gibt zahlreiche Stipendien für medizinisch Promovierende, vor allem für diejenigen, die eine experimentelle oder prospektive klinische Doktorarbeit schreiben. Es lohnt sich, diesbezüglich eine Internetsuche durchzuführen oder sich an der eigenen Universität zu erkundigen. Einen ersten wertvollen Überblick gibt es hier oder beim Bundesministerium für Bildung und Forschung. Wer empfiehlt dich für dein Stipendium? Haben weitere Promovierende der Arbeitsgruppe eine Förderung erhalten? Wenn ja, wo? Wie läuft der Bewerbungsprozess? Für welchen Zeitraum? Ist dieser deckungsgleich mit der Projektlaufzeit oder ist ein Plan B erforderlich? Besteht im Rahmen der Förderung zusätzlich die Möglichkeit als HiWi zu arbeiten oder sich in anderen Projekten einzubringen, die sich mit der Promotion verbinden lassen?

Angewiesen oder unabhängig? Liegt die Planung deiner Promotion in deiner Hand oder besteht eine Abhängigkeit zwischen dir und deinem Betreuer bzw. deinem Arbeitsumfeld? Ein gestellter Arbeitsplatz mit der benötigten Ausstattung (Schreibtisch, Computer mit den passenden Programme etc.) ist nicht selbstverständlich. Versuche deshalb im Vorfeld zu erfahren, ob du deinen Privatrechner nutzen musst oder einen Arbeitsplatz zur Verfügung hast. Ist der Arbeitsplatz konstant verfügbar oder musst du ihn mit anderen Promovierenden teilen? Bekommst du einen Schlüssel oder kannst du nur arbeiten, wenn dein Betreuer auch im Haus ist? Wie eng ist die Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe? Diese einzelnen Bausteine und wie gebunden man ist an zeitliche Abläufe und die Koordination innerhalb des Projektes, zeigen dir wie viel Freiheit für eine individuelle Planung Dir bleibt.

Es ist wichtig zu fragen, welche Programme in der Arbeitsgruppe verwendet werden, um die Ergebnisse zu bearbeiten bzw. die Statistik zu erstellen. Dies kann je nach Experiment oder Datensammlung sehr variieren. Gängig ist das Analyseprogramm Illumina.

Für die Basis der statistischen Auswertung stehen einfach zu bedienende Programme wie Microsoft Excel, IBM SPSS Statisics (Statistikprogramm, das auch Grafikfunktionen beinhaltet) oder GraphPad Prism (Grafikprogramm, das auch über Statistikfunktionen beinhaltet) zur Verfügung. Letzteres ist für Statistikanfänger gut geeignet, da die statistischen Verfahren im Programm erklärt werden. Eine Übersicht gängiger Statistikprogramme findest du unter folgendem Link. Viele statistische Institute bzw. Rechenzentren der Universitäten bieten Einführungskurse zu diesen Programmen an, die den Einstieg erleichtern.

Bei größeren Datenmengen empfiehlt sich die Aneignung grundlegender Programmierkenntnisse, um die Statistik bearbeiten und verstehen zu können. Eine weit verbreitete und zudem kostenlose Programmiersprache zur Bearbeitung statistischer Ergebnisse, klinischer Studien und größerer Datensätze ist “R”. Mithilfe von gratis Kursen auf Coursera oder Datacamp lässt sich diese kosteneffektiv erlernen.

Um bei deiner verwendeten Literatur den Überblick zu behalten, empfiehlt sich ein Programm zur Katalogisierung. Citavi ist z.B. ein kostenfreies Programm, welches dir dabei helfen kann. In der Wissenschaft und Forschung wird in der Regel das gebührenpflichtige EndNote verwendet. Häufig besteht auch dafür die Möglichkeit, das Programm über den Zugang in der Universitätsbibliothek einmalig pro Student kostenfrei herunterzuladen. Einen Überblick des Imperial College London über die wichtigsten Literaturverwaltungsprogramme findest du hier oder im Vergleich hier.
Zur Bildbearbeitung empfiehlt sich wiederum die Freeware-Version von Photoshop oder aber eine der neuen Alternativen. Abschließend sollte es selbstredend sein, dass zur Formatierung der Dissertation Grundkenntnisse im Umgang mit dem Microsoft Office-Paket von Vorteil sind.

5. Publikation

Das Thema Publikation ist heikel und durchaus mit viel Schweiß und potentiellen Enttäuschungen behaftet. Um unnötigen Stress zu vermeiden, äußere deine Absichten klar und offen. Sollen die Ergebnisse deiner Arbeit publiziert werden? Wer schreibt das Paper? Und vor allem: Wer wird Erstautor? Hat dein Doktorvater publiziert? Nutze die Erfahrungen! In diesen letzten Unterpunkten wollen wir dir die Welt der Veröffentlichungen ein wenig zugänglicher machen.

Besprich, ob deine Ergebnisse publiziert werden sollen. Wer schreibt das Paper? In welcher Sprache wird verfasst? In der Regel werden Journals in englischer Sprache veröffentlicht, weshalb du klären musst, wie bei deiner Doktorarbeit am besten verfahren werden sollte. Schreibst du direkt in Englisch? Oder zunächst auf Deutsch?

Zudem ist die Voraussetzung für eine Publikation die Registrierung bei einer öffentlich einsehbaren Datenbank. Relevant und international anerkannt sind ClinicalTrials.gov sowie für Deutschland das DRKS, welches angeschlossen an das DIMDI den Überblick über deutsche Forschungsvorhaben gibt. Unter diesem Link wird dir die Notwendigkeit einer Registrierung genauer erklärt.
Das allein beschert einem noch nicht problemlos eine Veröffentlichung, denn mit am wichtigsten ist das Thema. Es sollte ein populäres Fachgebiet abdecken oder aber über eine hohe Aktualität verfügen, damit das Paper bei einem Journal akzeptiert und vor allem durch den Peer-Review-Prozess kommt.

Wie funktioniert der Weg bis zur Veröffentlichung? Nach Fertigstellung deines Papers wird es bei einem Journal eingereicht und vor der Veröffentlichung einer Qualitätskontrolle unterzogen. Wissenschaftliche Ergebnisse und Erkenntnisse können weitreichende Folgen für Mensch und Gesellschaft haben, demzufolge prüfen Journals sehr genau was publikationswürdig ist. Nach der Sichtung durch die entsprechende Redaktion gelangt das Paper in einen sogenannten PEER-Review-Prozess, in dem Wissenschaftler des jeweiligen Fachgebiets den Inhalt auf Aktualität, Relevanz und Validität überprüfen. Das von ihnen erstellte Gutachten bildet die Grundlage für die Entscheidung, ob ein Paper veröffentlicht wird. Anhand eines bearbeiteten Fragebogens wird eine Ablehnung bzw. Annahme ausgesprochen oder eine Überarbeitung gefordert. Nach dieser kann ein Artikel erneut eingereicht werden.  Während sich das Paper in diesem Prozess befindet, darf es nicht bei einem weiteren Journal eingereicht werden, wodurch sich bspw. der Prozess einer Publikationspromotion deutlich in die Länge ziehen kann.

Ein abgelehnter Artikel bedeutet nicht, dass er qualitativ schlecht ist, sondern lediglich, dass er entweder nicht zur inhaltlichen Ausrichtung passt oder aber dem hohen Maß an Aktualität und Innovation des Journals nicht genügt.

Das Peer-Review-Verfahren steht in der Kritik, da, bei den Reviewern Einbußen in der Neutralität befürchtet werden, trotz Single-Blind- oder Double-Blind-Verfahren. Häufig wird ihnen Subjektivität sowie Befangenheit und dem Verfahren eine hohe Intransparenz vorgeworfen, da z.B. Gutachter mögliche Interessenskonflikte nicht offenlegen müssen. Wer sich näher für den Peer-Review-Prozess interessiert wird unter diesem Link fündig. Neben Relevanz und Ablauf werden hier Kritikpunkte am Verfahren sowie Alternativen diskutiert.

Die Wertigkeit eines Journals, in dem veröffentlicht wird, klassifiziert der Impact Factor. Dieser zeigt wie viel Einfluss ein Journal hat und basiert darauf wie häufig er zitiert wird.

Zu Enttäuschung führt am Ende des Prozesses oft die bei der Publikation gewählte Reihenfolge der Autorenschaft. Diese ist kein Zufallsprodukt, sondern folgt klaren Regeln. Die wichtigen Positionen sind dabei die erste und letzte Stelle der Aufzählung.

Stehen die Namen an den ersten beiden Positionen, spricht das für eine bedeutende Rolle in der Durchführung des Projektes. Stehen die Namen an letzter Position, deutet dies auf eine Führungs- und Organisationsrolle hin.

Deshalb ist eine vorige Absprache bzgl. der gewählten Autorenreihenfolge notwendig. Wer wird Hauptautor? Wer wird Co-Autor? Beteiligen sich weitere interne (z.B. aus dem Institut) oder externe Personen als Co-Autor? Was müsstest du dafür leisten, um bei anderen Wissenschaftlern/Promovierenden als Co-Autor mit aufgelistet zu werden, z.B. weil er/sie habilitiert.

Wichtig ist es, dieses Thema auch während des gesamten Prozesses im Auge zu behalten. Auch für die Erstellung von Abstracts oder Postern sollte dies frühzeitig besprochen und protokolliert werden.

6. Kontaktaufnahme mit anderen Promovierenden

Das Einholen weiterer Infos von Studenten, die aktuell an diesem Lehrstuhl promovieren oder dort schon promoviert haben ist essentiell. Diese Informationen sind wertvoller als jedes Betreuergespräch und jeder Fragebogen.

  • Wie ist die Stimmung?
  • Wie zuverlässig ist der/die Betreuer/in?
  • Welche Erfahrungen haben sie gemacht?
  • Beantwortet er/sie dringende Fragen außerhalb der fest vereinbarten Termine/Zeiten?
  • Sind die anderen Promovierenden im Zeitplan?
  • Gibt es Erfahrungen zu Abbrechern oder eine Abbruchquote? Gibt es Aussagen zu den Gründen?
  • Wurden die anderen Promovierenden ausreichend eingearbeitet? Wie lange hat die Einarbeitungsphase gedauert? Wer war dafür zuständig?
  • Gab es unerwartete Probleme/Hindernisse? Wie wurden diese gelöst?

7. Probearbeit

Scheue dich nicht zu fragen, ob du schon in dein zukünftiges Arbeitsumfeld schnuppern könntest! Oftmals klären sich so recht schnell offene Fragen!

8. Schreibprozess und Musteraufbau

Aller Anfang ist schwer. Wenn die Seiten leer sind, ist die Hürde besonders hoch, den Einstieg zu finden. Deshalb bieten wir dir zur Orientierung eine grobe Struktur. Einmal mit dem Schreiben begonnen, kristallisieren sich die nächsten Schritte oft schnell von allein heraus.

Hierfür lohnt es sich zunächst einen Blick in ein sehr hilfreiches, alltagsnahes und für die menschlichen Wege verständnisvoll aufmunternd geschriebenes Dokument von Prof. Dr. Katja Radon, MSc der LMU zu werfen. Dieses PDF mit dem Titel: Anleitung zum wissenschaftlichen Arbeiten – Oder wie verliere ich die Angst vorm weißen Blatt? wird Doktoranden zum Download zur Verfügung gestellt, in dem sie ihre Erfahrungen und Fakten aus der Betreuung von mehr als 50 humanbiologischen und medizinischen Dissertationen zusammenfasst. Grundlegend empfiehlt auch sie, neben dem genauen Blick in die Promotionsordnung der jeweiligen Universität, mit dem/der Betreuer/-in über seine/ihre besonderen Vorlieben z.B. bzgl. des Layouts zu sprechen, aber auch die Vorstellung über die Länge der Arbeit in Erfahrung zu bringen. Denn Vorgaben hin oder her, das letzte Wort hat dein Promotionsbetreuer!

Richte die Grundeinstellungen wie Seitenränder, Schriftgröße, Abstände und Fußnoten ein, damit es am Ende nur noch eines Feinschliffs bedarf. Durch die Verwendung der automatischen Nummerierung von Überschriften, Abbildungen und Tabellen erleichterst du dir das Leben von Beginn an. Starte mit dem Deckblatt, Seitenzahlen und dem Inhaltsverzeichnis am einfachsten mit folgender groben Struktur. Die Hauptüberschriften sind fast bei jedem Doktoranden gleich. Werden diese Überschriften mit Unterkapiteln gefüllt, liegt eine erste Struktur der Arbeit vor, die die Richtung vorgibt.

Hast Du Erfahrungen während des Prozesses deiner Promotion gemacht, die für andere hilfreich sein könnten? Schicke uns einen Bericht, den wir veröffentlichen können. Oder reiche Fragen ein, bei denen du der Meinung bist, dass wir sie zu unserer Seite hinzufügen sollten. Kontaktiere uns unter steigbuegel@amboss.com.

Denke immer daran, so pathetisch es sich anhört, du wirst nicht jeden Fehler vermeiden können – der Weg ist das Ziel. Auch der Umgang mit aufkommenden Problemen sowie deren Überwindung ist Teil deiner Promotion. Und nun:

Viel Erfolg beim Erstgespräch und deiner Promotion! Hier findest du die oben aufgeführten Fragen in einem Fragebogen als Gedankenstütze und für deine Notizen zum Download.

Literatur

Zu guter Letzt: Die Inhalte interessieren dich vertiefend? Wir haben oben viel verlinkt und hier noch ein paar weitere Literaturvorschläge.

  • Die Promotionsordnung deiner Universität
  • Recherchiere auf den Internetseiten deiner Universität: Viele Unis stellen dir Promotionsleitfaden zur Verfügung wie z.B. Charité Berlin:
  • Webinger, J; Keller, K; Budrich, B (2014): Wie schreibe ich eine Doktorarbeit – Leitfaden für Mediziner und Zahnmediziner
  • Czeschik, C; Diez, C (2017): Die medizinische Doktorarbeit – Nicht nur ein Ratgeber zum effektiven Computereinsatz
  • Radon, K (2010): Anleitung zu wissenschaftlichem Arbeiten – Oder: Wie verliere ich die Angst vor dem weißen Blatt?
  • Allen, D (2015): Getting Things Done – The Art of Stress-Free Productivity