Der “richtige” PJ-Platz

Gedanken und Fragen bei der Entscheidung für einen PJ-Platz

Bei der Suche nach dem richtigen PJ-Platz ist es nicht immer so einfach, sich die Informationen zu beschaffen, die man möchte. Auch die Eindrücke von Kommilitonen und Freunden können stark unterschiedlich sein. Vielleicht hast du dir ja auch noch gar keine Gedanken dazu gemacht, was du dir von deinem PJ eigentlich erwartest.

Es lohnt sich jedoch, wenn du dir vor der PJ-Anmeldung ein paar Fragen stellst, um deine Zeit im Krankenhaus nach deinen Wünschen gestalten zu können!

Lehre und Ausbildung

  • Das PJ als Teil des Studiums soll die praktische Ausbildung und Lehre von Studierenden sicherstellen. In der Realität gibt es zum Teil große Unterschiede im Lehr- und Ausbildungsangebot der Lehrkrankenhäuser. Mittlerweile bieten viele medizinische Fakultäten PJ-Logbücher an, in denen die Lehrinhalte und Lernziele definiert sind. So kannst du selber überprüfen, welche praktischen Fähigkeiten du aus deinem PJ mitnehmen solltest.
  • Weitere hilfreiche Überlegungen: Gibt es in meiner Wunschklinik einen PJ-Ansprechpartner, der sich um Belange der Studierenden kümmert? Bietet die Klinik regelmäßige Fortbildungen an? Kann ich zwischen den verschiedenen Abteilungen rotieren, um ein möglichst breites Spektrum der Fachbereiche kennenzulernen?

Vergütungen und Sachleistungen

  • Gerade wenn du dich im Studium selber finanzieren musst, ist das Thema Vergütung im PJ wichtig, da man bei der Vollzeittätigkeit in der Klinik nicht mehr dazu kommt, einen Nebenjob auszuüben. Die PJ-Vergütung bzw. Aufwandsentschädigung darf sich am BAföG-Höchstsatz von 597 € pro Monat orientieren – dabei handelt es sich um den Maximalbetrag, den eine Klinik den Studierenden im PJ bezahlen darf. Die wenigsten zahlen bereits so viel, aber mehr als die Hälfte aller Lehrkrankenhäuser und Unikliniken in Deutschland unterstützt ihre Studierenden mit einer Vergütung zwischen 200 und 400 € pro Monat. Viele Kliniken bieten zusätzlich oder alternativ Sozial- und Sachleistungen an, zum Beispiel vergünstigte oder kostenlose Mahlzeiten und Unterkunftsmöglichkeiten – dadurch hast du die Möglichkeit, an diesen Stellen zu sparen.

Spezialisierung auf ein Fach

  • Mit dem Wahlfach kannst du dir einen tieferen Einblick in den Fachbereich zu verschaffen, der dich bereits während des Studiums interessiert hat oder den du später gerne machen möchtest. Nutze diese Möglichkeit, dein Wunschfach näher kennen zu lernen!
  • Umgekehrt lässt dir das PJ auch Raum, Dinge auszuprobieren: Es ist völlig ok, wenn du dir noch nicht sicher bist – wenn du nach dem Wahltertial feststellst, dass dir das Fach nicht liegt, kannst du es ohne schlechtes Gewissen ausschließen und dich auf einen anderen Bereich konzentrieren. Die praktische Erfahrung, die du gesammelt hast, geht dir in keinem Fall verloren und wir auch in einem anderen Fachbereich hilfreich sein.
  • Solltest du für dich bereits entschieden haben, in die Innere oder die Chirurgie zu gehen, gibt es genug sinnvolle Möglichkeiten, ein Wahlfach auszuwählen, das deinen Fokus unterstützt – die Anästhesie zum Beispiel stellt einen interdisziplinären Fachbereich dar, in dem du nicht nur praktische Fähigkeiten einüben und Zeit im OP verbringen kannst, sondern auch Einblicke in die Intensiv- und Notfallmedizin erhältst. Auch Fächer wie Radiologie oder Pathologie arbeiten fächerübergreifend und können dir hilfreiche Einblicke geben.

Auslandserfahrung

  • Vor einem PJ-Tertial im Ausland solltest du dir prinzipiell die gleichen Fragen stellen wie für ein Tertial an deiner Heimatuni. Warum möchtest du ins Ausland? Häufige Gründe sind bessere Ausbildungsbedingungen und Arbeitsstrukturen, das Kennenlernen einer neuen Sprache oder Kultur, oder aber einfach eine schöne Zeit mit viel Freizeit vor dem stressigen Berufseinstieg. Es lohnt sich, die Planung eines Tertials im Ausland früh anzugehen, aber in einigen Fällen finden sich auch spontan Möglichkeiten, noch Restplätze zu ergattern.

Karriereplanung

  • Neben der Möglichkeit, dich auf dein Wunschfach zu konzentrieren, erhältst du während des PJs auch Einblick in die Abläufe der Klinik: Wie ist der Umgang des Personals untereinander? Wird auf Lehre, Visite und Fortbildung wert gelegt? Funktionieren die Dienst- und Rotationspläne? Bietet das Haus ein interessantes Spektrum an Fällen?
  • Umgekehrt wirst auch du im Haus einen Eindruck hinterlassen. Es lohnt sich, Engagement zu zeigen, denn bei einer späteren Bewerbung in der Klinik wird es dir helfen, wenn das Personal sich positiv an dich erinnert.

Freizeit

  • Nicht alle möchten während des PJs den ganzen Tag in der Klinik verbringen – vielleicht möchtest du auch einfach Freizeitaktivitäten nachgehen, deine Doktorarbeit endlich fertig schreiben oder in deinem Nebenjob arbeiten.

Beim Finden der richtigen PJ-Stelle sind alle persönlichen Wünsche und Vorstellungen völlig legitim – es lohnt sich, wenn du dir vorher klar machst, was du möchtest! Mit STEIGBÜGEL möchten wir dir ein Werkzeug an die Hand geben, deinen perfekten PJ-Platz zu finden.

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